Gemeindeschwester plus wird eingeführt / SPD-Initivative hat Erfolg

Die rheinland-pfälzische Landesregierung hat entschieden: Im Rahmen des landesweiten Modellprojektes wird die „Gemeindeschwester plus“ im Landkreis Alzey-Worms eingeführt. In den nächsten dreieinhalb Jahren übernimmt das Land hierfür zu 100 Prozent die Kosten. Der Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion, Heiko Sippel, freut sich über die von Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Sozialministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler verkündete Entscheidung zu Gunsten Alzey-Worms. Die SPD-Fraktion hatte die Bewerbung angestoßen und die Kreisverwaltung gebeten, das Interesse beim Land anzumelden. In seiner Eigenschaft als Landtagsabgeordneter hatte Sippel das Vorhaben gemeinsam mit seiner Landtagskollegin Kathrin Anklam-Trapp auch auf Landesebene unterstützt.

„Mit der Gemeindeschwester plus kehrt eine gute alte Tradition zurück, wenn auch mit anderen Aufgaben, auf jeden Fall aber im Interesse und sicher auch mit Zustimmung der Menschen“, unterstreichen Anklam-Trapp und Sippel. Immerhin 22 rheinland-pfälzische Landkreise und kreisfreie Städte haben sich beim Land für eine Teilnahme am Modellprojekt beworben. Davon wurden letztlich sechs Kreise und drei Städte ausgewählt. Für die Region Rheinhessen fiel die Wahl auf den Landkreis Alzey-Worms. „Das ist ein sehr schöner Erfolg und ein Beleg dafür, dass wir hier eine gute Pflegstruktur haben, die durch die Gemeindeschwester plus nun noch weiter ergänzt werden kann“, stellen die beiden Abgeordneten fest.

Aufgabe der neuen Gemeindeschwester plus sei es nicht, Menschen zu pflegen. Dafür gäbe es bereits ein funktionierendes System ambulanter Pflegedienste. Vielmehr gehe es darum, hochbetagten Menschen, die noch nicht pflegebedürftig sind, beizustehen und sich zu „kümmern“. Die Gemeindeschwester plus wird die Menschen nach vorheriger Zustimmung zu Hause aufsuchen und beraten, um Pflegebedürftigkeit möglichst lange zu vermeiden und die Selbständigkeit in den eigenen vier Wänden zu erhalten. Außerdem wirkt die Gemeindeschwester plus mit, die Unterstützung vor Ort durch soziale Kontakte, Nachbarschaftshilfe und Achtsamkeit aufrecht zu erhalten und wenn nötig zu fördern. Als Gemeindeschwestern werden Pflegfachkräfte an den Pflegestützpunkten eingesetzt, so dass neben der erforderlichen beruflichen Qualifikation auch eine enge Vernetzung mit bestehenden Angeboten möglich ist.

„Mit der Gemeindeschwester plus wird das Pflegeangebot im Landkreis um einen weiteren wertvollen Baustein für einen wertschätzenden Umgang mit den älteren Menschen in unserer Gesellschaft ergänzt. Wir sind sicher, dass die kommenden dreieinhalb Jahre den Erfolg des Projekts aufzeigen werden“, zeigen sich Anklam-Trapp und Sippel zuversichtlich.